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Samstag, 06.01.2007



 

 

Rezepte gegen Lampenfieber

 



Nervosität bei Auftritten hängt immer mit der Angst vor dem Versagen zusammen. Dem können Sie entgegensteuern





Welche Anforderungen werden heute an Manager gestellt? Was verlangen die Unternehmensleiter ihrerseits von den Mitarbeitern? Wie sieht erfolgreiche Kommunikation im Beruf aus? Wie wird aus einer Idee ein erfolgreiches Produkt? Fragen, auf die international anerkannte Experten wie der amerikanische Bestsellerautor Stephen R. Covey, der Leiter des St. Gallener Management-Zentrums Fredmund Malik, die Kommunikationstrainer in Elisabeth Bonneau und der Verkaufsprofi Rolf H. Ruhleder Antworten geben. Zum Start der neuen Karriereweilt-Serie lesen Sie heute: Rolf H. Ruhleder



Mark Twain hat es einmal auf den Punkt gebracht: "Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert vom Moment der Geburt an - bis zu dem Zeitpunkt, wo du aufstehst, um eine Rede zu halten"

 

Dieses Phänomen bezeichnen wir als Lampenfieber. Woher kommt es nun, dieses Gefühl, dass die Stimme zittert und versagt, dass die Knie weich werden, das Herz rast, sich der Magen zusammenkrampft und eine Hitzewelle in uns hochsteigt? Wir können es auf einen einfachen Nenner bringen: Wir haben Angst. Lampenfieber haben wir ja niemals, wenn wir alleine sind, es hat immer mit anderen Menschen zu tun. Wir befürchten, uns zu blamieren und denken darüber nach, was die anderen von uns halten könnten. Den Begriff des "Gesichtsverlusts" kennen wir ja hauptsächlich aus dem asiatischen Kulturkreis. Doch diese Bedrohung empfinden wir in unserer westlichen Gesellschaft ebenso: Wir fürchten um unser Ansehen, unseren Ruf. Wir alle möchten anerkannt und wertgeschätzt werden. In einer Stresssituation plagt uns dann die Angst davor, zu versagen und abgelehnt zu werden.

 

Nun gibt es ja nichts im Leben, was nur negative Aspekte hat. "In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst" hat schon Augustinus erkannt. Unser Gehirn kann am besten Höchstleistungen vollbringen, wenn es durch einen Adrenalinschub aktiviert wurde. Sind wir träge und gleichgültig, wirken wir nicht mehr engagiert, es fällt schwerer, den Zuhörerkreis zu überzeugen.

 

Ein wenig Lampenfieber gehört zu einem guten Redner also unabdingbar dazu. Doch ein Zuviel des Adrenalins hat fatale Folgen: Unser Denken wird blockiert, die Nervenzellen können Informationen nicht mehr reibungslos übertragen - und der gefürchtete "Blackout" stellt sich ein. Es kommt also auf die richtige Mischung an, um souverän und gleichzeitig engagiert zu wirken.

 

Fragen Sie sich, was Sie an der bevorstehenden Herausforderung so sehr ängstigt. Was würde sich in Ihrem Leben denn tatsächlich dramatisch verändern, wenn Sie die Situation nicht mit Bravour meistern würden? Wahrscheinlich wären die Folgen gar nicht so verheerend. Versuchen Sie einmal, Ihren Kopf mit positiven Bildern zu füllen: Wie wird es sich anfühlen, wenn Sie eine überzeugende Leistung vollbracht haben? Denken Sie daran: Die Bilder, die wir im Kopf haben, wollen sich erfüllen.

 

Begeistert Sie das Thema, über das Sie sprechen werden? Oder fühlen Sie sich damit überfordert, diese Thematik zu vertreten? Sind Sie wirklich von Ihrem Fachwissen und Ihrer Sachkompetenz überzeugt, so ist dies bereits die halbe Miete. Eine gründliche Vorbereitung gibt zusätzlich Sicherheit. Es gilt hier der Grundsatz: je kürzer die Rede, umso länger die Vorbereitungszeit. Wenn Sie in fünf Minuten alle wichtigen Aspekte ansprechen wollen, muss Ihre Vorbereitung sehr viel sorgfältiger sein, als wenn Sie eine Stunde zur Verfügung haben. Kurz fassen sollten Sie sich in jedem Fall - Ihre Zuhörer werden es Ihnen danken. Bei manchem Redner wäre es ein Segen, wenn auch hierzulande die Regel gelten würde, wie es sie bei den Indianern von Matto Grosso gibt: Wer dort in den Versammlungen zu weitschweifig wird, muss auf einem Bein stehen. Berührt das hochgezogene Bein den Boden, ist die Redezeit um.

 

Sie sollten zum Inhalt Ihres Vortrags innerlich stehen können. Vertreten Sie Ihre Ausführungen nur halbherzig, wird es sehr viel schwieriger sein, Ihre Zuhörer zu überzeugen. Denken Sie stets daran: Bis zu 90 Prozent von allem, was Sie aussagen, drücken Sie nonverbal aus. Sind Sie nun ausreichend vorbereitet und stehen hinter Ihrem Thema, so üben Sie sich bitte in Selbstbejahung. Sie wissen, wovon Sie reden, haben eine positive Ausstrahlung und detaillierte Fachkenntnis - was also sollte Ihnen Schlimmes widerfahren?

 

Auch hier, wie in fast allen Bereichen des Lebens, gilt: Übung macht den Meister. Ergreifen Sie jede Gelegenheit, die sich bietet, um vor Publikum zu sprechen. Der Weg ist das Ziel - Sie werden feststellen, dass Sie von Mal zu Mal sicherer werden. Und denken Sie daran: Ihre Zuhörer sehen Sie niemals so kritisch, wie Sie es selber tun. Auch kleinere Zwangspausen, weil Sie den Faden verloren haben, oder Versprecher werden in den seltensten Fällen registriert. Ihnen ist gestattet, auch einmal einen Fehler zu machen - dies lässt Sie menschlicher erscheinen. Eine druckreif vorgetragene Rede weckt eher Aggressionen. Nicht umsonst gelten perfekte Redner sehr oft als arrogant und aalglatt. Bereiten Sie sich darauf vor, dass Sie auch einmal den Faden verlieren. Ereilt Sie dann das Missgeschick, so können Sie einfach Ihre letzten Worte wiederholen, um Zeit zu gewinnen. Oder Sie stellen Ihren Zuhörern eine rhetorische Frage. Sie können sich auch für solche Fälle eine witzige Bemerkung oder eine amüsante Anekdote überlegen, die Sie dann zum Besten geben. Selbst wenn Sie - ohne auf Ihren Blackout einzugehen - in Ihren Ausführungen fortfahren, wird dies kaum jemandem auffallen.

 

Sind Sie sehr von Lampenfieber geplagt, so können vorab gezielte Yogaübungen oder autogenes Training Wunder wirken. Leider lassen sich solche Techniken nicht von heute auf morgen erlernen, hier sind Geduld und Ausdauer gefragt. Doch vielleicht hilft es schon, wenn Sie sich aufrecht hinstellen, sich um eine freundliche Mimik und ein Lächeln bemühen (so wird dem Gehirn gemeldet, dass Sie sich wohlfühlen - und gleich geht's ein wenig besser) und tief in den Unterbauch atmen. Es gilt nach wie vor: Ein voller Bauch studiert nicht gern - also verzehren Sie die Schweinshaxe lieber nach Ihrer Rede. Schwere Mahlzeiten lähmen Denkvermögen und Reaktionsgeschwindigkeit. Lernen Sie Anfang und Ende Ihrer Rede auswendig: Wie man startet, so liegt man im Rennen.

 

Vergessen Sie nicht, dafür zu sorgen, dass die äußeren Gegebenheiten Ihre volle Zufriedenheit finden. Dies fängt bei Ihrer Kleidung an: ein zwickende Hosenbund oder ein nach oben rutschender Rocksaum stören Sie bei der Artikulation Ihrer geschliffenen Formulierungen. Es darf Sie kein Sonnenlicht blenden - Ihre Zuhörer natürlich auch nicht - und das bereitgestellte Mikrophon sollten Sie ohne Verrenkungen erreichen können. Technische Hilfsmittel, wie zum Beispiel Overhead und Beamer, machen es Ihnen leichter, Ihren Vortrag aufzulockern und Ihre Person einzubinden.

 

Bemühen Sie sich um eine klare, deutliche Sprache - in kurzen Sätzen. Formulieren Sie ellenlange Wortgebilde, steigt die Gefahr, dass Sie sich verhaspeln. Nebensätze sind Nebelsätze. Ihre Stimmlage sollte weder zu laut noch zu leise sein. Denken Sie daran: Eine zu leise Stimme signalisiert wenig Fachkompetenz. Bevor Sie Ihren Vortrag beginnen, nehmen Sie in aller Ruhe Ihren Standort ein und suchen Sie dann die Blicke Ihrer Zuhörer. Nun wird sich Ihre Nervosität ins Unerträgliche steigern, wenn Sie ausgerechnet mit einem Zuhörer Blickkontakt aufnehmen, der Ihnen nicht gerade wohlgesonnen erscheint. Warum positionieren Sie also nicht, wenn es sich irgendwie einrichten lässt, einen vertrauten Menschen, der Ihnen zugetan ist, in Ihrem Blickfeld? So haben Sie immer einen Rettungsanker, zu dem Ihr Blick zurückwandern kann. Gehen Sie grundsätzlich davon aus, dass Ihre Mitmenschen Ihnen freundlich gegenüber stehen. Warum sollte Ihnen jemand etwas Böses wollen?

 

Bitte legen Sie die Messlatte nicht zu hoch an: Ihr Ziel sollte es nicht sein, Lampenfieber gänzlich auszumerzen. Es wäre jedoch wünschenswert, es auf ein angemessenes Maß zu reduzieren. Vor allen Dingen: Nehmen Sie sich selbst nicht zu ernst. Humor und ein freundliches Lächeln lässt Sie manche Klippe umschiffen. Noch einmal das Wichtigste zum Schluss: Fassen Sie sich kurz. Sie können über alles reden - nur nicht durchgehend 20 Minuten lang. Sie möchten sicher nicht, dass es Ihnen wie jenem Reichtagsabgeordneten ergeht, der da pikiert sagte: "Ich habe nichts dagegen, meine Herren Abgeordneten, wenn Sie auf die Uhr schauen. Aber ich muss eine Kränkung darin erblicken, dass Sie die Uhr ans Ohr halten, um festzustellen, ob sie stehen geblieben ist."




"Es darf kein Sonnenlicht blenden - Ihre Zuhörer natürlich auch nicht - und das bereitgestellte Mikrophon sollten Sie ohne Verrenkungen erreichen können."


 
 
"Deutschlands renommiertester Rhetorik-Experte", Welt der Wunder 12-2010, Der erste und einzige Rhetorik-Trainer, der schon ein Seminar in Grönland durchgeführt hat. "Deutschlands bekanntester Rhetoriktrainer", Rheinischer Merkur, 19.06.2008 "Ruhleder ist Deutschlands bester Schlagfertigkeitstrainer. Er gilt auch als der teuerste..." (Hessischer Rundfunk) "Deutschlands Manager-Trainer Nr. 1" (RTL) "Papst des höheren Managements" (RTL) "Motivateur Ruhleder" (arte) "Rhetorikguru Ruhleder", "Deutschlands härtester Trainer" (Die Welt) "Ruhleder hat immer einen guten Tipp" (FAZ) "Rolf H. Ruhleder, Rhetorikpapst" (Sales Profi) "...gilt in der Branche als Guru der Rhetorikstartrainer und Lampenfieberspezialist" (Rheinischer Merkur) "Deutschlands härtester Rhetorik-Trainer" (Bild) "... berühmtester aller Großmeister der Rhetorik" (Mensch & Büro) "Der mit dem Wort tanzt" (Top-Magazin) "Rhetorik- und Körpersprache-Experte" (focus) "Ruhleder, eine Kapazität" (Hamburger Abendblatt) "Stil des Dozenten: Mehr Spielleiter als Pauker" (manager magazin) "Harzburger Mundwerker" (Capital) "Meister der Redekunst" (Aachener Volkszeitung) "Mit Stil, Charme und Methode" (ARD)