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Dienstag, 8. Juli 2003

Sind Sie schon bei 51 Prozent?

Rhetorik-Papst Ruhleder: Benehmen ist wichtiger als Fachwissen

   

Von unserem Redaktionsmitglied Stefan Wagner

   

Wo Rolf H. Ruhleder ist, ist oben – zum Beispiel auf dem Dach des Mediaparks des Mannheimer Morgen (rechts).  Im Seminarsaal dagegen ist der Rhetorik-Papst ein harter Hund und kennt kein Pardon, wenn er seinen Schülern verbalen Feinschliff und gutes Benehmen verpasst. Mit Erfolg: Über 300 000 Teilnehmer haben sich in seinen Seminaren bereits schulen lassen. Bild: zg/wag 

 

„Willkommen in Ruhleders Trainingscamp. Die Seminarszenen erinnern eher an die Ledernackenausbildung des amerikanischen Marinecorps als an ein Führungskräftetraining. Hier werden aus rhetorischen Flaschen ganze Kerle gemacht.“ 

 

Zu dieser martialischen Beschreibung eines Seminars à la Dr. Rolf H. Ruhleder hatte sich einst die „Wirtschaftswoche“ hinreißen lassen. Der deutsche „Rhetorik-Papst“ gefällt sich in der Rolle des knallharten Trainers, außerhalb der Seminarräume hingegen ist sein Charme kaum zu überbieten. Wir trafen Rolf H. Ruhleder vor kurzem auf seinem Weg nach Frankenthal, wo er über 100 Führungskräften einer großen Versicherungsgruppe den verbalen „Feinschliff“ verpasste.

 

Herr Ruhleder, muss die Teilnahme an Ihren Seminaren mental weh tun?

 

ROLF H. RUHLEDER: Ein kluger Mann hat einmal gesagt: Der Mensch lernt nur durch zwei Dinge: durch Schmerz oder durch Erfahrung. 

   

Nennen Sie mir einen guten Grund, warum ich 2800 Euro in ein zweieinhalb tägiges Seminar invenstieren soll, in dem Sie mir vor elf weiteren „Leidensgenossen“ einen Fettnapf nach dem anderen vor die Füße stellen und mir jeden Fehler genüsslich auf dem Tablett servieren. . .

 

RUHLEDER: Weil Ihnen weder Ihr Chef noch Ihre Mitarbeiter jemals den Spiegel vorhalten werden. Wer sagt Ihnen denn noch offen, wie Sie auf andere wirken und welche Dinge Sie falsch machen? Daher denke ich, dass das Geld mehr als gut angelegt ist.

 

Landauf, landab reißen sich Manager geradezu um Ihre Seminare. Profitieren Sie eigentlich von der flauen konjunkturellen Lage, in der viele Unternehmer nach neuen Erfolgswegen suchen? Nach dem Motto: Wenn es läuft, dann läuft es und wenn nicht, hilft mir Ruhleder auf die Sprünge. . .

 

RUHLEDER: Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation bin ich bei einer Vielzahl von Seminaren bereits ein Jahr im Voraus ausgebucht. Ich bin sehr froh, dass ich keine Probleme habe, meine Seminare zu verkaufen. Denn in der Branche sieht es wahrlich nicht gerade rosig aus.

 

51:49 – das ist Ihr Lieblingsthema. Der entscheidende Türöffner – 51 Prozent – zum beruflichen Erfolg ist in Ihren Augen demnach die Persönlichkeit eines Menschen, sein Auftreten, seine Überzeugungskraft. . .

 

RUHLEDER: Bei jeder beruflichen Tätigkeit hängen 51 Prozent des Erfolges von der Persönlichkeit ab und maximal 49 Prozent vom Fachwissen. Je höher Sie in der Position kommen, umso wichtiger werden die so genannten „Softskills“ und die fachliche Qualifikation tritt in den Hintergrund.

 

Aus Verantwortung Energie gewinnen. Das alles nützt mir aber nichts, wenn ich im Nadelstreifenanzug auf die Baustelle gehe oder im T-Shirt auf meinem Managersessel sitze . . .

 

RUHLEDER: Genau richtig. Ich muss der Erwartungshaltung meines Gegenübers im Berufsleben Rechnung tragen. So sollten wir keine gegenläufigen Signale senden. Brillant im Ohr zum Nadelstreifenanzug mit Weste verwirren meinen Gesprächspartner ganz erheblich, da er nicht weiß, wo er mich einordnen soll. Wenn Sie beispielsweise Anlageberater sind und mit hohen Summen arbeiten, wäre es nicht sehr geschickt, durch ihr Outfit ausgesprochene Experimentierfreude zu demonstrieren.







Ein Jura-Student beispielsweise lernt an der Universität Paragrafen über Paragrafen, aber nicht, mit welcher Körpersprache er als Anwalt vor Gericht bessere Karten haben kann. Und Marketing-Studenten erfahren herzlich wenig über die angemessene Begrüßung eines Geschäftspartners. Müssten solche Erkenntnisse nicht längst Auswirkungen auf unser Bildungssystem haben? 

 

RUHLEDER: In allen Ausbildungen wird fast nur das Fachwissen gelehrt. An welcher Universität lernen wir denn Führen und Reden? Hier gibt es einen ganz starken Nachholbedarf.

 

Zurück zu Ihrer 51:49-Lieblingsformel: Sehen Sie nicht die Gefahr, Führungskräfte zu formen, bei denen der Schein das Sein überwiegt und der Schuss irgendwann nach hinten los gehen kann? Auch dem „Medienkanzler“ bläst der Wind mittlerweile scharf ins Gesicht . . .

 

RUHLEDER: Natürlich muss das Fachwissen stimmen, sonst würden Sie sich schnell als Dünnbrettbohrer entlarven. Allerdings hat schon der alte Freiherr von Knigge gesagt: „Jeder Mensch gilt auf der Welt nur so viel, wozu selbst er sich macht“.

 

In Ihren Seminaren tummeln sich nicht nur junge, aufstrebende Menschen, sondern auch viele „erfahrene Hasen“. Wie erklären Sie sich das Phänomen, dass sich auch ein Top-Manager, sagen wir von BMW, Porsche oder VW, von Ihnen an die Hand nehmen lässt?

 

RUHLEDER: Auch Führungskräfte der höheren Ebenen haben oftmals Schwierigkeiten, wenn sie sich vor einer größeren Gruppe präsentieren sollen oder eine Rede zu halten haben. Sie treten zumindest zu Beginn nicht unbefangen auf. Zu einem engagierten Vortrag gehört für mich zwar immer ein Schuss Lampenfieber dazu. Doch können wir versuchen, das Lampenfieber auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Dies versuche ich meinen Teilnehmern in meinen Seminaren zu vermitteln.

 

Neigen Menschen, denen Sie mit Ihrem Training auch ein gesteigertes Selbstwertgefühl vermitteln, im Alltag nicht zu Arroganz und Überheblichkeit – und damit zu neuen Fehlerquellen?

 

RUHLEDER: Meine Schulungen können tatsächlich dazu führen, dass die Seminarteilnehmer ein überzogenes Selbstwertgefühl entwickeln. Dem versuche ich entgegenzuwirken, in dem ich entsprechende Übungen einbaue und vor dieser Gefahr warne. Für mich gilt: Perfektion weckt Aggression.

 

Muss man sich seiner rhetorischen Schwächen eigentlich schämen?

 

RUHLEDER: Im Beruf sollten Sie möglichst nicht eingestehen, dass Sie sich rhetorisch schwach fühlen oder schweißnasse Hände bekommen, wenn Sie einen Raum mit vielen fremden Menschen betreten.






Warum verpflichten Sie viele Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport zur Schweigsamkeit, wenn Sie ihnen eine rhetorische Lektion erteilt haben?   

 

RUHLEDER: Offiziell müssen Personen des öffentlichen Lebens reden können und – fast – alle Softskills beherrschen. Wäre es für Sie als Medienvertreter nicht ein gefundenes Fressen, wenn Sie über Minister und bekannte Wirtschftsbosse berichten könnten, deren Rhetorik schwach ist und die von mir auch in Etikette geschult werden?

 

Sie haben zahlreiche Bücher verfasst und mehrere hunderttausend Menschen geschult. Welche Ziele haben Sie noch?

 

RUHLEDER: Die Anerkennung und Motivation durch meine Seminarteilnehmer sind für mich Teil meiner Lebensqualität.

Ich hoffe natürlich, dass mir dieser positive Schub noch lange erhalten bleibt.

 

Zurückhaltung darf man von Ihnen ja nicht erwarten, also schonungslos offen zum Abschluss: Was habe ich während unseres Gesprächs alles falsch gemacht?

 

RUHLEDER (lacht): Ich habe Ihnen sechs Grundregeln mitgebracht, um in allen Gesprächssituationen Sicherheit ausstrahlen zu können. Sie haben tatsächlich drei bereits beachtet. .. (siehe Kasten „Richtige Gesprächsführung).





In den letzten 26 Jahren schulte Ruhleder über 300 000 Teilnehmer, davon viele in Verkaufsseminaren. Global Player wie Bayer, BMW, Canon oder Porsche, geben ihre Führungskräfte ebenso in Ruhleders Obhut wie etwa das Bundeskriminalamt.

Der Rhetorik-Papst hat zudem bislang 16 Bücher mit einer Gesamtauflage von 300 000 Exemplaren veröffentlicht. 

 

Buchtipps

 

Rhetorik & Dialektik:

Redegewandtheit – Körpersprache – Überzeugungskunst

Einfach besser verkaufen

Ruhleders Sprüche und Zitate

Vortragen und Präsentieren 

 

Zur Person

Rolf H. Ruhleder

 

Rolf H. Ruhleder, Jahrgang 1944, genießt den Ruf als härtester und teuerster Rhetorik- und Verkaufstrainer Deutschlands.

Seminare mit zehn bis 14 Teilnehmern (zweieinhalb Tage) schlagen mit 2800 Euro pro Person zu Buche. Ruhleder erteilt auch Einzelunterricht und hält Kurse in Unternehmen. Der promovierte Betriebswirt leitet in Bad Harzburg sein eigenes Management Institut (MIR). Zu seinen Schülern zählen unter anderem Justus Frantz, Bodo Hombach, Walter Momper, Spieler der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft, die Bundesliga-Fußballer des Hamburger SV, Spitzentriathlet Lothar Leder. . . und drei der reichsten Männer Deutschlands, die wie so viele andere Prominente nicht genannt werden möchten.

 

  Schauen Sie in unserem Büchershop vorbei.

 



Management

Institut Ruhleder

 

Postfach: 1303

38655 Bad Harzburg

 

Anschrift:

Bismarckstrasse 64

38667 Bad Harzburg

 

Telefon: 05322/9672-0

Fax: 05322/9672-20

 

E-Mail: info@ruhleder.de


 
 
"Deutschlands renommiertester Rhetorik-Experte", Welt der Wunder 12-2010, Der erste und einzige Rhetorik-Trainer, der schon ein Seminar in Grönland durchgeführt hat. "Deutschlands bekanntester Rhetoriktrainer", Rheinischer Merkur, 19.06.2008 "Ruhleder ist Deutschlands bester Schlagfertigkeitstrainer. Er gilt auch als der teuerste..." (Hessischer Rundfunk) "Deutschlands Manager-Trainer Nr. 1" (RTL) "Papst des höheren Managements" (RTL) "Motivateur Ruhleder" (arte) "Rhetorikguru Ruhleder", "Deutschlands härtester Trainer" (Die Welt) "Ruhleder hat immer einen guten Tipp" (FAZ) "Rolf H. Ruhleder, Rhetorikpapst" (Sales Profi) "...gilt in der Branche als Guru der Rhetorikstartrainer und Lampenfieberspezialist" (Rheinischer Merkur) "Deutschlands härtester Rhetorik-Trainer" (Bild) "... berühmtester aller Großmeister der Rhetorik" (Mensch & Büro) "Der mit dem Wort tanzt" (Top-Magazin) "Rhetorik- und Körpersprache-Experte" (focus) "Ruhleder, eine Kapazität" (Hamburger Abendblatt) "Stil des Dozenten: Mehr Spielleiter als Pauker" (manager magazin) "Harzburger Mundwerker" (Capital) "Meister der Redekunst" (Aachener Volkszeitung) "Mit Stil, Charme und Methode" (ARD)